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Informationen zur Reform des Psychotherapeutengesetzes

Auf dieser Seite möchten wir einen Überblick über die wesentlichen bisher diskutierten Ansätze zur Reform der Psychotherapieausbildung und über die aktuellen Entwicklungen und Diskussionen geben. Ob, wann und in welcher konkreten Weise diese Reform umgesetzt werden wird, ist derzeit (Juli 2014) nicht klar.

Frequently asked questions:

Antworten

Welche Reformmodell werden aktuell diskutiert und welche Konsequenzen könnten sich aus den jeweiligen Modellen ergeben?

Zu den wesentlichen bisher diskutierten Ansätzen zur Reform der Psychotherapieausbildung zählen drei Ansätze, die sich unter den Bezeichnungen  "Postgraduale Ausbildung", "basale Direktausbildung" und "duale Direktausbildung" geführt werden. Wir möchten Sie für weitere Informationen auf die Webseite des Deutschen Fachverbands für Verhaltenstherapie e.V. (DVT) verweisen. Hier finden sowohl weiterführende definierende Erläuterungen als auch eine differenzierte Gegenüberstellugn dieser drei Reformmodelle.

 


Was beinhaltet der Reformvorschlag der Bundespsychotherapeutenkammer?

Auf Grundlage der auf dem 16. Deutschen Psychotherapeutentag (DPT) am 8. Mai 2010 gefassten Beschlüsse beauftragte die Bundesdelegiertenversammlung den Vorstand der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) unter Mitwirkung von Berufs- und Fachverbänden, Hochschulvertretern, Ausbildungsstätten sowie Vertretern von Ausbildungsteilnehmerinnen und –teilnehmern einen Entwurf zu den Details einer Novellierung des Psychotherapeutengesetzes und der Ausbildungs- und Prüfungsordnung für Psychologische Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendpsychotherapeuten zu entwerfen.

Hintergrund hierfür war, dass eine Anpassung der gesetzlichen Grundlagen auf die neue Bachelor-/Masterstruktur erfolgen und diverse Konstruktionsfehler und Umsetzungsprobleme des aktuellen Psychotherapeutengesetzes (z.B. Vergütung von Ausbildungskandidaten) behoben werden sollten.

Der Entwurf, dem auf dem 17. DPT im November 2010 mehrheitlich zugestimmt worden ist, wurde von der BPtK in einen Gesetzesentwurf überführt (Stand: 8. Dezember 2010) und dem Bundesministerium für Gesundheit (BMG) übermittelt.

Wesentliche Neuerungen der Gesetzesinitiative sind:

1) „Ein-Beruf-Model“: Einer der grundlegenden Kernpunkte des Entwurfs ist das „Ein-Beruf-Model“. Demnach soll es keine getrennten Approbationen für Psychologische Psychotherapie sowie Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie mehr geben. Es wird eine einheitliche Approbation vorgeschlagen, die berufsrechtlich dazu befugt, Patienten aller Altersgruppen zu behandeln. Hierzu wird die Psychotherapieausbildung einen so genannten „Common Trunk“ beinhalten, in dem die theoretischen und praxisrelevanten Grundlagen für therapeutisches Handeln vermittelt werden und der die Ausbildungskandidaten für die Behandlung aller Altersgruppen berufsrechtlich qualifiziert. Durch eine darauf aufbauende Schwerpunktsetzung erwerben die Ausbildungskandidaten die sozialrechtliche Anerkennung (Fachkunde) für die Behandlung entweder von Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen. Neu ist hierbei, dass durch Weiterbildung die Fachkunde für den jeweils anderen Altersbereich erworben werden kann. Aktuell haben Kinder- und Jugendpsychotherapeuten diese Möglichkeit nicht.

2) Masterabschluss sowie Inhalte und Umfang der Eingangsvoraussetzungen: Eine weitere Notwendigkeit stellt die Definition von Inhalten und Umfang der Eingangsqualifikationen für die Psychotherapieausbildung dar, die an Hochschulen erbracht werden müssen. Die Definition eines solchen Anforderungskataloges wurde notwendig, da zukünftig keine Einschränkung auf konsekutive (additive) Bachelor-/ Masterprogramme vorgenommen werden soll. Zugangsvoraussetzung für die postgraduale Psychotherapieausbildung ist entsprechend des Gesetzesentwurfs ein an einer Hochschule abgeschlossenes Bachelor- und Masterstudienprogramm (oder gleichwertige Studienprogramme), in denen die für die Psychotherapieausbildung erforderlichen wissenschaftlichen Kompetenzen vermittelt wurden. Ein Vorschlag für einen Katalog mit Inhalten und Umfang der erforderlichen wissenschaftlichen Kenntnisse und Kompetenzen wurde gemeinsam mit dem Gesetzesentwurf vorgelegt.

Ausführliche Informationen über die Novellierung des Psychotherapeutengesetzes finden Sie hier.

Wir weisen darauf hin, dass der Gesetzesvorschlag bisher keine Rechtskraft hat. Eine Garantie für die genauen Zugangsvoraussetzungen kann es daher derzeit nicht geben. Mit einer Reform des Psychotherapeutengesetzes ist frühestens zum Ende der Legislaturperiode im Jahr 2013 zu rechnen.

 


Welche aktuellen Entwicklungen und Diskussionen gibt es im Zusammenhang mit der Reform des Psychotherapeutengesetzes?

Aktuell wird in und zwischen den Fach- und Berufsverbänden "Psychotherapie" sowie in der (Fach-)Öffentlichkeit rege über den Vorschlag zur Novellierung des Psychotherapeutengesetzes diskutiert.

Einen Aspekt stellt hierbei die Etablierung alternativer Ausbildungsmodelle dar. Im BPtK-Entwurf wird durch eine Erprobungsklausel im Rahmen von Modellstudiengängen die Möglichkeit der Einrichtung alternativer Ausbildungsmodelle gegeben. In diesem Zusammenhang wird – analog zum Medizinstudium - die Möglichkeit einer „Direktausbildung“ diskutiert. Das würde bedeuten, dass durch ein Studium der Psychologie mit Schwerpunkt Psychotherapie oder einem grundständigen Psychotherapiestudium - in der Regel in etwa fünf Jahren - die Voraussetzungen für ein Staatsexamen und die Erlangung einer Approbation gegeben wären. Nach der aktuellen Diskussion würde sich daran eine Weiterbildung in einem Psychotherapieverfahren (in der Regel Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie, Psychoanalyse oder Verhaltenstherapie) mit Schwerpunktsetzung auf die Therapie von entweder Kindern und Jugendlichen oder Erwachsenen anschließen.

Solch ein Ausbildungsmodell wird vom Bundesministerium für Gesundheit favorisiert und sowohl die Bundes- als auch die Landespsychotherapeutenkammern sprechen sich grundsätzlich für die Einrichtung von Modellstudiengänge aus und sind aktuell damit beschäftigt, Kriterien für die Zulassung von Modellstudiengängen „Direktausbildung Psychotherapie“ zu erarbeiten.

Die Kommission „Psychologie und Psychotherapie“ der Deutschen Gesellschaft für Psychologie hat einen Diskussionsvorschlag für eine Modellprojekt zur Direktausbildung „Psychotherapie“ erarbeitet, der hier eingesehen werden kann.

 

Unser Flyer zum Download

Eine kurze Übersicht der Informationen über <unith> bekommen Sie, wenn Sie unseren Flyer als PDF downloaden