Herzlich Willkommen bei Unith

Forschungsverbund Koordination der Datenerhebung und -auswertung an Forschungs-, Lehr- und Ausbildungsambulanzen für Psychotherapie (KODAP)

Ziel des unter der Trägerschaft von unith stehenden KODAP Forschungsverbunds ist, für möglichst alle Forschungs- und Lehrambulanzen sowie die unith-Ausbildungsambulanzen eine Forschungsplattform zu schaffen, um klinisch-psychologische und epidemiologische Forschungsfragestellungen im Bereich Psychotherapieforschung auf der Basis großer Datenpools bearbeiten zu können. Aktuell (Stand April 2019) beteiligen sich 38 unith-Forschungs- bzw. Ausbildungsambulanzen an der Initiative. Vorausgegangen war eine vollständige Erhebung zu den eingesetzten diagnostischen Verfahren und den Fallzahlen in den Hochschulambulanzen. Die Ergebnisse wurden 2015 veröffentlicht (Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Band 44, Heft 2, S. 80-87) und es konnte ein Kerndatendatz, als Voraussetzung für weitere Erhebungen, definiert werden (Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Band 46, Heft 3, S. 169-175).

Im Jahr 2017 wurden von mehr als 4.500 Patientinnen und Patienten aus dem Vorjahr die mittels diagnostischer Interview erhobenen Diagnosen erfasst, Merkmale der behandelnden Therapeutinnen und Therapeuten sowie die Behandlungsdauer ausgewertet und im Jahr 2018 veröffentlicht (Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie, Band 47, Heft 3, S. 175-185). Diese Studie zeigte eindrucksvoll, dass die Aufbereitung, Zusammenführung und Auswertung von Forschungsdaten machbar ist und lieferte erstmalig belastbare diagnostische Daten über das Klientel der deutschen Hochschul- und Ausbildungsambulanzen. Zum Beispiel konnte im Hinblick auf den Schweregrad der behandelten Patient*innen gezeigt werden, dass die Mehrzahl der Patient*innen komorbide Störungen aufwies und knapp zwei Drittel von den Behandelnden als deutlich, schwer oder extrem schwer erkrankt eingeschätzt wurden. 

Derzeit wird auch für den Bereich Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie ein Kerndatensatz unter ähnlichen Fragestellungen bearbeitet. Mit dem Einschluss der Daten aller Patient*innen, die ab 1.1.2018 die Behandlung begonnen haben, startet im laufenden Jahr der langfristige Aufbau eines longitudinalen Datensatzes, der die Möglichkeiten der Psychotherapie-Prozessforschung in Deutschland erheblich verbessern wird.

Federführend wird das KODAP Projekt von einer Steuerungsgruppe geleitet. Mitglieder sind Prof. Jürgen Hoyer (Sprecher), Prof. Cord Benecke, Prof. Tina In-Albon, Prof. Tania Lincoln, Prof. Wolfgang Lutz, Prof. Jürgen Margraf, Prof. Henning Schöttke, Prof. Angelika Schlarb und Prof. Ulrike Willutzki. Projektkoordinatorin ist Dr. Julia Velten.